25.07.2019

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Wer ist Felix Benneckenstein?
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Volker Witt (Jugendsozialarbeit BSGZ), Meinrad Gackowski (Familienbeauftragter Landkreis Günzburg), Thomas Witzgall (Dozent im Auftrag der Friedrich Ebert Stiftung und
Schulleiter Martin Neumann, OStD. eröffnen die Ausstellung.
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„Wir haben es getan, haben es gemacht
haben Leute verdroschen, über die Folgen nicht nachgedacht
Wir haben die Straßen der Stadt für uns in Anspruch genommen
Keine Gefangenen gemacht
Wir haben gesoffen und geboxt, standen oft vorm Richter
Keine Reue, haben darüber gelacht“

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"Nennt es Zufall / Nennt es Plan", Frei.Wild 2012
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Ist die Band Frei.Wild rechtsradikal? Wo treffen sich Nazis? Was dachtest du über deinen behinderten Bruder? Wird dir nachts in den Straßen aufgelauert? Wie sieht es mit Rechtsextremismus und Religion aus? Wie weit rechts ist – deiner Meinung nach – die AfD?
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Viele Fragen von vielen Schülern, gestellt am 05. Juli 2019 im vollbesetzten Raum 227 der Berufsschule Günzburg und am 15. Juli in Krumbach. Und das ist ungewöhnlich: Schüler stellen keine Fragen nach einem 90 minütigen Vortrag am Stück. Die sind platt und wollen nach Hause. Nicht mal Erwachsene machen das. Aber Felix Benneckenstein hat es geschafft: Angetreten in kurzer Hose und T-Shirt, jedoch ohne jegliche Starallüren. Stolz ist er nämlich nicht über seine Vergangenheit, von der er ausführlich berichtet.
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Felix Benneckenstein
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Vom Liedermacher „Flex“ der einstmals auf dem Label „Sturmversand24“ Lieder wie „Kevin“, „Arbeiterfront“ oder „Bock auf Freiheit“ für die rechte Szene veröffentlichte. In Dortmund mit dem Ultranazi „SS Siggi“ zusammentraf, über die Begegnung mit seiner heutigen Frau Heidi. Letztere wurde unter dem besonders Deutsch klingendem Namen „Heidrun“ in die rechte Szene hinein geboren. Wenn einem zweijährigen Kind immer wieder erklärt wird, dass Spielzeug mit Hakenkreuzen normal und Tischdecken mit SS-Runen verziert schön sind, dann glaubt es das irgendwann. „Zur Vernunft“ sind die beiden erst gekommen als die Geburt des ersten gemeinsamen Kindes anstand: Behinderte Kinder sind mit damaliger NSDAP- und heutiger Rechtsextremistenideologie nicht vereinbar. Die Geburt schlug fehl.
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Heute engagiert sich Felix Benneckenstein für „Exit Deutschland“, einer Aussteigerhilfe für Neonazis, die Hilfe zur Selbsthilfe anbietet. Mit Erfolg: Bereits 750 Neonazis konnten zur Abkehr von der nationalsozialistischen Ideologie bewegt werden.
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Die Ausstellung: Demokratie fördern – Rechtsextremismus bekämpfen
Vom 24. Juni – 12. Juli war die Ausstellung in der BSGZ und vom 15. – 19. Juli in Krumbach zu sehen. Sehr großzügig unterstützt von der Friedrich-Ebert-Stiftung, die die Plakate anlieferte und zwei von drei Vorträgen finanzierte. Vom Zimmermann über den Metaller, einer Integrationsklasse, bis hin zum Friseur und Kfz-Mechatroniker, haben die verschiedensten Ausbildungsberufe die 17 Plakate studiert und die dazugehörige Rallye schriftlich bearbeitet. Mit Frau Warnecke, Herrn Vetter, Frau Kasalovic und Herrn Witt im Stuhlkreis über Begriffe wie Reinrassigkeit, die Nürnberger Gesetze, oder Sozialdarwinismus diskutiert. Sich Fragen wie: „Nehmen uns die Asylbewerber die Arbeitsplätze und die Wohnungen weg?“ gestellt.
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Wenn auch nur ein Bruchteil unserer Schüler etwas Bleibendes mitgenommen hat, dann hat sich die Arbeit von Meinrad Gackowski (Familienbeauftragter Landkreis Günzburg), Volker Witt (Jugendsozialarbeit BSGZ) und allen anderen gelohnt – dann machen wir das wieder.
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Foto und Text: Volker Witt

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